Jungvögel

 

Hilflose – aus dem Nest gefallene – oder verletzte Wildvögel. Was tun?


Grundregel: Lasst die Jungvögel erstmal dort, wo Ihr sie findet.


Wenn uns Jungvögel gebracht werden, dann fragen wir zunächst: Wo habt Ihr den Vogel gefunden? Denn im Gras sitzende und bettelnde junge Vögel, vor allem junge Amseln, Drosseln, Rotschwänzchen, Rotkehlchen, Würger und viele andere verlassen sehr frühzeitig das Nest und brauchen mehrere Tage, bis sie flugfähig sind. Die lässt man am besten am Fundort, es sei denn, sie sitzen auf einer Straße oder eine Katze hat den Vorfall beobachtet. Dann bringen wir die Tierchen selbstverständlich in Sicherheit. Allerdings dürfen wir sie nur so weit wegbringen, dass ihre Bettelrufe von den Eltern noch gut gehört werden können. Wir beobachten dann, ob sich die Altvögel nähern und die Jungen füttern. Stellen wir nach 1-2 Stunden fest, dass sich kein Elternteil um sie kümmert, nehmen wir sie zunächst in Pflege. – Kennen wir ein Nest, mit gleichaltrigen Jungen oder der gleichen Art, können wir sie dort dazusetzen. Beruhigt können wir das bei Höhlenbrütern (wie z. B. Schwalben) tun.

 

Menschengeruch wird von Vögeln nicht wahrgenommen. Bei Säugetieren ist das anders!

 

Schwalben und Mauersegler werden nur im Nest gefüttert. Da heißt es also: Beobachten. Allerdings kennen die Alttiere ihre Jungen. Da muss man dann selbst zu Pipette greifen und aufziehen, einfach ins Nest setzen  wäre zu riskant. Jungvögel kann man in einen Karton mit Luftlöchern setzen, später werden sie dann in einen Käfig umgesiedelt. Mauersegler bleiben im Karton, bis sie fliegen können.


Vögel, die man findet, sind häufig halb verhungert, sie müssen sofort versorgt werden. Zunächst träufeln wir dem Findling einige Tropfen Wasser auf die Schnabelspitze. Er wird sofort die Flüssigkeit aufnehmen. Kennen Sie niemand, der Erfahrung hat, dann versuchen Sie es selbst mit einem gekochten Eigelb und etwas Wasser, das zu einem Brei vermengt wird. Mit einem Streichholz streichen wir den Brei in den halboffenen Schnabel.

 

Greifvogelfindlinge und Eulen gehören in eine Greifvogelstation. Ihr Tierschutzverein oder der NABU können bestimmt eine Adresse nennen. Auch Ihr Tierarzt weiß Rat. Im übrigen gibt’s in  Futterhandlungen fertig gemischtes Weichfutter oder Aufzuchtfutter. Eine Schwalbe braucht täglich ca. 100 Fliegen, ein Greifvogel täglich 5 Küken oder bis ca. 250 g Fleisch.


 

weiter führende Informationen zum Thema finden Sie u.a. hier:

www.wildvogelhilfe.org

 

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