Tierschutz-Tagebuch 2011

Damit Sie sich ein besseres Bild von unserer Arbeit machen können, lesen Sie an dieser Stelle kurze Berichte, die unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter verfassen.

 

Eine mittlerweile "bunte Sammlung" diverser hilfsbedürftiger Tiere finden Sie in diesem Tagebuch:

- Maulwurf-Junges

- Marder-Kinder

- Taube

- Feldhase

- Meerschweinchen

- Elster-Junges

- Wildtaube

- Katzenbabys

- Fundkatze

- Beispielhafter Meerschweinchen-Käfig

- neue Katzenhäuschen

 

Dazu kommen natürlich die vielen vielen vielen "unspektakulären", aber trotzdem umso wichtigeren Hilfeleistungen für all die namenlosen Tiere, v.a. Katzen, die über unseren Verein aufgefangen werden; die hier aber nicht alle einzeln erwähnt werden können.

 

 

Am 04.05.2011 gg. 17 Uhr erhielt ich einen Anruf, das eine Familie ein Maulwurfjunges mitten auf der Strasse gefunden hatte . Die Familie nahm es kurzentschlossen mit nach Hause und bat uns um Hilfe.
Ich holte das Tier ab und brachte es zuerst zum Tierarzt um zu sehen, ob es verletzt oder krank ist. Der Tierarzt spritzte dem Kleinen Flüssigkeit und untersuchte es, soweit das bei einem so kleinen Tier möglich ist .
 Bei dem Maulwurf handelte es sich um ein ausgewachsenes Tier, so weit ersichtlich kerngesund. Unser Tierarzt hatte sich auch bereits über das Fressverhalten kundig gemacht und gab mir eine Reihe Tips mit nach Hause.
Über Nacht behielten wir den kleinen Kerl bei uns, boten ihm Katzenfutter und einen Regenwurm sowie Wasser an.  Da das Futter am Morgen so gut wie aufgefressen war, stand einer Freilassung nichts im Wege.
In einem Naturschutzgebiet entliesen wir das Tier dann wieder in die Freiheit.
Es war für uns eine wunderschöne Erfahrung, da wir bisher noch nie einen Maulwurf in Natura gesehen - geschweige denn angefasst hatten.
Viel Glück wünschen wir ihm auf seiner neuen Wiese! 

05.05.2011/BK

Der Hilferuf aus Ditzingen kam am Samstag Vormittag. Zwei Marderkinder liegen im Hof hinter dem Haus.
Wir einigten uns, noch etwas zu warten, da es sein kann, dass die Mutter noch in der Nähe ist und die Jungen wieder holt. Ein Schälchen mit Wasser und ein Karton wurden den Kleinen zur Verfügung gestellt.
Leider zeigte sich keine Mutter, also holte ich die Marder gegen Abend ab. Die Beiden schätzte ich auf ca. 8 Wochen, also gar nicht mehr so klein, jedoch völlig entkräftet, stark abgemagert und halb verdurstet. Auch hatten sie eine starke Infektion, wie ich an den Augen sehen konnte.
Ich fuhr deshalb zur ersten Notversorgung ins Tierheim Ludwigsburg und fütterte sie alle 2 Stunden mit Spezialaufzuchtsmilch.
Am Sonntag erhielten sie nochmals Medikamente, vor allem der Flüssigkeitsverlust machte uns Sorgen.  Also war weiter alle 2 Stunden füttern angesagt.
Erst am Mittwoch zeigte sich eine Besserung der Infektion, den Kleinen schien es besser zu gehen. Erste eigene Fressversuche stellten sich ein.
Am Tag darauf frassen die Beiden fast vollständig alleine! Spezielles BARF Futter (also rohes Frischfleisch ) wurde dem Katzenfutter eindeutig vorgezogen.
Jetzt endlich atmete ich auf - die zwei Kleinen nahmen gut zu und der Allgemeinzustand verbesserte sich sichtlich!
Mittlerweile sind die Marderkinder in der Nähe von Frankfurt in einer Auswilderungsstation, wo sie noch ein paar Wochen bleiben werden und dann dort in die Freiheit zurückkehren können.
Von der 4 stündigen Stau - Fahrt nach FFM will ich lieber nichts berichten... ;-)

17.05.2011/BK

Sonntag Abend (08.05.2011) wurde mir eine völlig entkräftete Brieftaube gebracht. Sie war so erschöpft, dass sie nicht mehr fliegen konnte und von Passanten mit den bloßen Händen vom Boden aufgenommen werden konnte. Äußere Verletzungen waren nicht erkennbar. In einer großen, luftigen Transportbox wurde sie dann auf unserem Balkon erstmal mit Wasser und Futter versorgt, wobei wir natürlich kein “spezielles Taubenfutter” im Haus haben. Diverse Samen, Haferflocken, Körner, Sonnenblumenkerne und Rosinen aus unseren Küchenschränken mussten als plötzliches “Notfutter” herhalten. Auch großen Durst hatte das Tierchen. Nach ausgiebigem “Speiß und Trank” ist die Taube dann in ihrer Box auf dem Balkon eingeschlafen. Sie machte einen sehr erschöpften, ruhigen und müden Eindruck.

Am nächsten Tag hat sie sich tagsüber auf dem Balkon noch weiter erholt. Abends waren die ganzen Körner weg gepickt und vom Wasser viel getrunken.

Spät Nachmittags wurde sie dann zusehends munterer, hüpfte in der Box umher und machte wieder einen sehr fidelen Eindruck ! Wir haben ihr deshalb das Türchen der Box geöffnet und nach einem kurzen “die Lage checken” ist sie vom Balkon aus direkt in den Himmel gestartet.

Im hohen Bogen ist sie über unser Haus wieder davon geflogen.

10.05.2011/AV



Am Tag unserer Jahreshauptversammlung (17. Februar 2011) wurde dieser kleine Feldhase von Tierfreunden bei uns abgegeben. Er wog gerade mal 70 Gramm und wurde "Rocky" getauft.

Auf Anraten einer Expertin, die Feldhasen päppelt, selbst aber krankheitsbedingt nicht nach "Rocky" schauen konnte, fütterten wir ihm tröpfchenweise Katzenkindermilch. Er war anfangs sehr unwillig.

Jetzt, knappe vier Wochen später, trinkt er gerne aus seiner Flasche, frisst aber auch Karottengrün, Haferflocken und wenn er in seinem Außengehege ist, gerne ein Hälmchen Gras.

16.03.2011/GM

 

Happy End für Meerschweinchen
Anfang März 2011 wurden in einer Scheune 2 Meerschweinchen gefunden - offensichtlich ausgesetzt - waren sie recht abgemagert und sehr verängstigt. Nur gut, dass der Besitzer der Scheune sie gefunden hat, denn in freier Natur haben Meerschweinchen keine grosse Überlebenschance.
Eine Pflegefamilie nahm sie kurzerhand bei sich auf und päppelte die Beiden. Nun haben sie ein neues Zuhause gefunden. Zusammen mit 2 weiteren Schweinchen dürfen sie jetzt ihre Angst langsam verlieren und sich auf einen schönen Sommer im Freigehege im Garten freuen.
26.03.2011/BK

 

Eine junge Elster wurde am Dienstag Abend in einem Ditzinger Garten gefunden. Der Verdacht auf einen gebrochenen Flügel bestätigte sich nicht, nur sehr verängstigt, hungrig und durstig war das Elsterjunge. Und fliegen konnte es eben noch nicht.
Über Nacht behielt ich es bei mir. Zuerst wurde das WWW durchsucht, damit ich das ungefähre Alter ausmachen konnte - ca 12 - 14 Tage jung war das Kleine. Mit rohem Rinderhack versuchte ich nun die Arbeit der Eltern zu erledigen - was sich als gar nicht so einfach rausstellte. Manchmal riss es den Schnabel weit auf, so dass ich das Fleisch gut in den Schlund platzieren konnte, manchmal wollte es aber nicht und alles gute Zureden half nicht. Alle 2 Stunden wiederholte ich die Fütterung und nach dem dritten Mal hatten wir Beide es ganz gut raus. Schnabel weit auf - Futter rein und runtergewürgt. Danach noch ein bisschen Wasser und das nächste Fleisch.
Am Mittwoch Nachmittag brachte ich den Vogel ins Tierheim, wo es nun mit 3 anderen Findlingen zusammen in einer Voliere wohnt, bis es soweit ist, dass es wieder ausgewildert werden kann.

26.05.2011/BK

 

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Einen recht ungewöhnlichen Nistplatz hat sich in diesem Frühjahr ein Kleiber gesucht: Die im Winter von einem Specht angelegte Höhle in der Hausfassade. Der Specht hat offenbar registriert, dass der neu angebrachte Vollwärmeschutz (14 cm dick) sich viel leichter bearbeiten lässt als Holz und zudem weitere gute Eigenschaften hat.

Und diese waren bei der Nest-Auswahl von Vorteil, auch für den jungen Kleiber in seinen ersten Lebenswochen.

Mai 2011/GS



Eine doch noch nicht ganz flugfähige junge Wildtaube wurde uns Ende August gemeldet. Das Tier hat seine Flugfedern noch nicht fertig ausgebildet, und wurde von uns noch eine Zeitlang aufgenommen, bis es vollends flugfähig ist.

August 2011

Drei junge, ca. 10 Tage alte Katzenbabys wurden bei uns abgegeben, weil die Mutterkatze überfahren worden sei. Ein sehr anspruchvoller Job beginnt: mit spezieller (recht teurer!) Katzenaufzuchtmilch wurden die drei Kleinen rund um die Uhr alle 2 Stunden mit Milchfläschchen versorgt. Warm halten mit Decken und einer ständig lauwarmen Wärmflasche, streicheln und massieren, und dann wieder Babyfläschchen... Ein äußerst anspruchvoller, und zeitintensiver Job, den nur Fachleute durchführen sollten. Weiter geht die Suche parallel nach einer geeigneten Katzen-Adoptivmutter. Wir hoffen immer noch, dass wir eine 4-beinige Adoptiv-Mama finden...

August 2011

 

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Herrenlose, schwer heruntergekommene Katze in Ditzingen gefunden. Das Tier ist stark abgemagert, dreckiges, strubbeliges Fell, müder Zustand. Keine Tätowierungen. Katze wird eingefangen und zum Tierarzt gebracht, dort folgt eine Notbehandlung. Beim Tierarzt stellt sich heraus, dass das Tier auch keinen Chip hat, und wohl schon lange Zeit herrenlos und krank umher streunt. Behandlung und Unterbringung zur weiteren Versorgung in einer privaten Pflegestelle.

August 2011

Tolles Beispiel eines doppelstöckigen Meerschweinchen-Heims gesehen: zwei Ebenen mit einer Leiter verbunden. Der Boden ist sauber gefliest, darüber das Streu und Heu. Zwei Gittertüren und gegen kalten Wind: zwei Glas-Kipp-Fenster --> frische Luft, aber kein Zug und kein Regen.

Viele Häuschen und Tunnel. Ideale Gruppenhaltung: mehrere Weibchen und ein kastriertes Männchen

August 2011

 

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Neue Schlaf- und Überwinterungshäuschen für die herrenlosen Katzen, an einer der Futterstellen gebaut. Viel Holz, Styropor und Heu, sowie Dachpappe... und viele viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit...

August 2011

Wieder sind mehrere ehrenamtliche Helfer stundenlang zu diversen Vermittlungsstellen gefahren, um potentielle Tierhalter kennen zu lernen, Fragen abzuklären, Haltungsbedingungen zu prüfen, etc. -und nach erfolgter Vermittlung die Tiere und Tierhalter weiter zu beraten und zu betreuen. Eine bestmögliche Unterbringung unserer Tiere liegt uns sehr am Herzen, weshalb wir viele Stunden (und viele Auto-Kilometer) auf uns nehmen; vor und nach der Vermittlung...

August 2011

Die mutterlosen Baby-Kätzchen haben endlich eine 4-beinige Ersatzmutter gefunden: eine liebe Hündin. Die Kätzchen wurden erfolgreich von der Hündin adoptiert und groß gezogen. Der Start in ein erfolgreiches Katzenleben ist geglückt!

Okt. 2011