Sehr geehrte Tierfreunde,

 

hier lesen Sie aktuelle Meldungen, Berichte und Informationen zu unserer Arbeit.

 

In der linken Navigationsleiste finden Sie die chronologisch sortierten Seiten.

 

Für Sie haben wir hier ein kleines "Archiv" mit Berichten und Tagebüchern der Vorjahre erstellt. Und manches, was Sie da finden, ist nicht unbedingt "Schnee von gestern" sondern durchaus lesenswert.

 

 

14.09.2021 GM

 

Hecke weg und Igel in Not

 

Wenn an den Herbstschnitt von Hecken und Grün gegangen wird, achten Sie bitte auf Igelnester! Mitte August / Anfang September werden die ersten Igelkinder geboren und Sie machen so Mutter und Kinder obdachlos. Sie sind winzig, haben ihre Flöhe mit an Bord und sind noch voll auf ihre Mutter angewiesen: Igelwelpen, bei Geburt nackt und rosa, mit weißen Härchen. Nach ca. 2 bis 3 Wochen sind sie schon mit weichen dunklen Stacheln auf der ersten Futtersuche, denn die Mutter hat nicht mehr genug Milch und Schneckeneier und die Insekten, die samt Blättern aus Obstbäumen und Hecken fallen, sind ihr Hauptnahrungsmittel. Hoch eiweißhaltig muss es sein, damit sie bis zum Eintritt der kalten Zeit, hierzulande dauerhaft ab circa Ende Januar 600 Gramm erreicht haben.

Dann ist der Winterschlaf möglich. Wo findet sich diese Grundlage noch? Wo findet sich dieses Klima noch? Wir befürchten nur noch in wenigen ruhigen Hecken und Streuobstwiesenbeständen...

Igel bitte nicht gleich "retten". Sichern und hoffen, dass die Mutter kommt, ist besser. Der Mutter Unterstützung in Form von Igelfutter anbieten ist die Empfehlung. Hecken geniessen, stehen lassen, Blätter fallen und liegen lassen ist das Allerbeste.

In der Hoffnung, noch ein paar Jahre Igel zu sehen, trotz Klimaerwärmung und Verringerung der Igelflächen.

 

19.5.2021 GM

 

SCHWEIN GEHABT....

 

Am Vatertag gab es im Tierschutzverein einen lauten, total verängstigten, völlig übermüdeten Neuzugang: Ferkel Helmut Er war von seinem Münchinger Finder gleich getauft worden, ein ca. 5 Wochen altes Rotbuntes Husumer Landschwein, zuerst als Minipig identifiziert.

 

Bei der Recherche im Internet war dann schnell klar: Helmut wiegt ausgewachsen nicht wie ein Minipig 70 kg (auch ganz nett für ein Schwein), sondern 350 kg!

 

Verheerender Fehlkauf? Ein missglückter Vatertagsgag? Glücksschwein als Hochzeitsgeschenk?

 

Sicher noch viel zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt, schnuffelte und grunzte Hellmut sich durch den MayerGarten, um dann in Cockys Hundebett endlich zur Ruhe kommen...

 

Er träumt, er weint, er zeigt Angst, richtige Panik in seinen Augen, als der Hund des Finders bellt, er mag in der Nähe von uns Menschen sein, sein Favorit sind getrocknete Cranbeeries und Apfelmus, er schläft UNTER seiner wärmenden Kuscheldecke im Hundebett, er ist stubenrein, er gräbt die Rosen aus, er fährt gerne Auto.

Er will nicht den festen Boden verlassen- wenn man ihn hochhebt schreit er- wie am Spieß. Wenn er im Garten ist, hat er vielfältige Grunzvokale, er pfeift tatsächlich. Am 2. Tag kann er Treppen steigen.

Wir sind zuerst in der Hoffnung, dass sich der Eigentümer meldet. Helmut ist garantiert illegal unterwegs, weder Chip noch Ohrmarke, in EBay gibts ihn und seine Artgenossen ab 100 € zu kaufen.

 

Dann suchen wir den optimalen Endplatz: Nein! Nicht beim Mezger! Helmut ist stubenrein und dann in Massenhaltung, im Transporter... Schweinefleisch zum Essen Gulasch, Schnitzel etc !?

 

Zwei Vereine gibt es: Den Erdlingshof in Bayern und die Schweinefreunde e.V. nördlich von Osnabrück; der Erdlingshof meldet sich, als Helmut früh am Samstag bereits samt Kuschelkissen in der Hundebox ist und im Fiat Panda 530 km bis zur Ankunft tief schläft.

 

Mit dem Kissen bezieht er seine neue Bucht, daneben zwei 6 Monate alte Minipigs, Helmut ist jetzt schon so groß wie sie. Wir dürfen die anderen Schweine sehen, Hilde, mit 1,5 Jahren 150 kg Gewicht, schon echt ein Riese, Minipigs mit locker 70 kg Gewicht, alle gekauft, verschenkt, vermehrt zum Spaß und dann übrig. Das macht unsäglich traurig: So viel übrig nur für den Spaß von Menschen eine kurze Zeit lang?

 

Bei den Schweinefreunden darf er alt werden, er darf zu anderen Husumern und wenn er 20 Jahe alt wird, dann ist das so. Wir sind dankbar für so viel Hilfsbereitschaft dieser Freundetruppe.

 

Von Helmut bekommen wir nun Fotos, zusammen liegen sie zu Dritt unter der Wärmelampe und grunzeln vor sich hin. Hell-Mut ist Absicht, so viel guten Mutes sind manche Menschen nicht.

 

Freundliche Grüße

Giesela Mayer, Tel. 0157 56788054

 

18.05.2021 GS

Tipps für Gartenbesitzer

 

Liebe Gartenfreunde,

ja – Sie haben richtig gelesen, diesmal sprechen wir speziell alle Leute an, die einen Garten haben. Wir möchten wir Sie auf eine Situation hinweisen, die immer wieder für Kleintiere zur tödlichen Falle werden kann.

Das Auffangen von Regenwasser zum Gießen von Pflanzen ist für (Hobby-) Gärtner üblich. Bedenken Sie aber bitte, dass die Wasserfässer möglichst immer abgedeckt sind, damit Eichhörnchen, Siebenschläfer, jungen Katzen und andere Tiere beim Versuch zu trinken, nicht hineinfallen können. Sollte es nicht möglich sein, die Wassertonne mit Deckel zu versehen, dann sollten Sie eine Holzlatte (rau) oder ähnliches schräg in das Fass stellen. Siehe Foto. So haben hineingefallene Tiere die Möglichkeit, hochzuklettern und zu entkommen.

Mähroboter gefährden Igel und andere Kleintiere

 

Solche Geräte können Arbeit im Garten erleichtern, indem sie den Rasen stets ordentlich halten. Oft wird dabei aber übersehen, dass sie für kleine Tiere, wie Igel eine Gefahr darstellen können.

Empfehlung: Mähroboter nur tagsüber, nicht nachts einsetzen und beaufsichtigen.

Bei kurz gemähtem Rasen fehlen auch Blüten oder Kräuter, die für Insekten eine wichtige Nahrungsquelle darstellen.

Wir danken Ihnen im Interesse der Tiere für diese kleine Mühe – und so werden Gartenfreunde auch zu Tierfreunden!

02.05.2021 BK

 

Samstag Abend - Notruf von einem jungen Mann - eine Maus? Ratte? hat sich im Gullideckel verklemmt und kommt nicht raus.
Bewaffnet mit Brecheisen, allerlei Werkzeug, Handschuhen und Kleintierbox fahren wir los nach Höfingen. Ein Bild des Jammers! Eine Ratte, die tatsächlich in einem Loch des Gullis feststeckt und sich nicht befreien kann. Mit Hilfe eines Passanten und dessen Frau schaffen wir es, das Tier zu sichern.
 
Eine Nacht im Warmen, sehen ob das Tier in Ordnung ist, ob es frisst und Kot absetzen kann. Am Morgen die Erleichterung, alles ok und wir werden bitterböse von "Ratz" angeschimpft. Nun ist sie wieder da, wo sie herkommt - blitzschnell im Gebüsch verschwunden...
Alles Gute kleines Kerlchen.
 
Und der Grund deser Meldung:
Ein super dickes DANKE an die zwei Jungs auf den Fahrrädern, die uns angerufen haben, die nicht weggesehen haben, die mit ihren Fahrrädern mitten auf der Strasse gewartet haben, bis wir kommen. Irgend ein Auto hätte den Kleinen sonst sicher übersehen.
Danke auch den netten Menschen, die uns geholfen haben, das Tier zu sichern!

30.03.2021 BK

 

 

Die Bitte um Hilfe bei der Kastration mehrerer Katzen erreichte uns letzte Woche.

 

In einem Industriegebiet in einem Ditzinger Teilort lebt eine Mutterkatze, die letzten Herbst fünf Junge bekam.Die Tiere, alle sehr scheu, werden dort gefüttert und haben ihre Unterschlupfmöglichkeiten. Nun kamen berechtigterweise Bedenken, dass es im Frühjahr zu einer großen Katzenpopulation kommen könnte, wenn nun die Mutter und die mittlerweile erwachsenen Jungtiere alle Babys bekommen würden.

 

Die Vorgehensweise wurde besprochen und die Mitarbeiter konnten uns ziemlich genau zeigen, wo die Tiere sich gerne aufhalten und wo die Futterstellen sind.Mehrere Tage stellten wir die Fallen auf, so dass sich die Katzen daran gewöhnen konnten und auch in den Fallen ihr Futter zu sich nahmen.

 

Am Sonntag war es dann soweit - die Fallen scharf stellen - Futter rein und Daumen drücken. Der Erfolg stellte sich schneller ein als gedacht. Innerhalb von nur zwei Stunden konnten wir drei Katzen fangen. In den späten Abendstunden gelang es uns, auch noch doch beiden anderen Jungtiere zu fangen. Nur Frau Mama-Katze war zu schlau ... 

 

Zwei Kater und drei weibliche Tiere wurden am nächsten Tag kastriert. Und wir versuchten erneut unser Glück am Abend - der Hunger der Mutterkatze war groß genug, sie ging in die Falle!

 

4 weibliche Tiere waren es - jede Katze bekommt ca. 2 Mal im Jahr Junge - meist 3 - 5 Babys sind es ....... rechnen Sie selbst, wie viele Katzen im nächsten Frühjahr dort hätten sein können......

 

Inzwischen sind alle kastrierten Tiere wieder in Freiheit! Schön, dass diese Katzenfamilie nun weiter dort versorgt wird und man sich um sie kümmert.

 

Fazit: Aufmerksame Leute in der Bevölkerung (Dankeschön!) – Benachrichtigung Tierschutzverein – Ehrenamtliche Tierschützer viele Stunden im Einsatz – Eine gute Lösung für alle.

 

 

März 2021

 

Haustiere nicht unüberlegt anschaffen

 

Den Wunsch vieler Menschen nach einem tierischen Gefährten, spürt derzeit auch der Tierschutzverein Ditzingen. Auch wenn die Tierschützer sich über das große Interesse freuen, warnen sie auch vor der leichtfertigen Anschaffung eines Tieres.

 

Die Freundschaft zu einem Tier ist etwas ganz Besonderes. Tiere bringen Freude, sie schenken Wärme und Zuneigung. Dinge, nach denen sich viele gerade sehnen. Dennoch darf dies nicht dazu verleiten, sich leichtfertig ein Tier anzuschaffen! Ein Tier braucht volle Aufmerksamkeit – auch nach Lockdown und Homeoffice, und der Sommerurlaub vor der Tür steht. Sie sind nicht nur ein Zeitvertrieb in Pandemiezeiten, sie sind eine Verantwortung fürs Leben“, ist die Meinung der Ditzinger Tierschützer.

Wir prüfen vor einer Adoption genau, ob Tier und Mensch wirklich zusammenpassen und das Tier das "Zuhause-für-immer" vorfindet, das es verdient.

 

Die Sorge vor einer Abgabewelle von unüberlegt beim Züchter oder im Zoofachhandel gekaufter Tiere ist groß. Die Suche in einem Onlineportal für Kleinanzeigen scheint manchen Interessenten leider als der vermeintlich einfachere Weg. Doch dieser Weg entpuppt sich schnell als Albtraum: Über Online-Anzeigen verkaufte Welpen stammen vielfach aus Osteuropa, wo die Tiere unter katastrophalen Bedingungen gezüchtet und gehalten werden. Die Welpen werden viel zu früh von der Mutter getrennt und nach Deutschland gebracht. Die meisten von ihnen sind krank, viele sterben – oft auch kurz nach der Übergabe an den neuen Halter. Die Verkäufer hinter den Anzeigen bleiben anonym und sind nach der Übergabe nicht mehr auszumachen.

 

Die Ditzinger Tierschützer appellieren daher an jeden Interessenten, kein Tier über eine Onlineanzeige zu kaufen. Sollte man das Gefühl haben, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, ist das Veterinäramt oder im Notfall die Polizei zu informieren. Auch Tierhalter, deren Welpen nach dem Kauf erkranken, sollten diese Fälle melden. Wir können nur dazu raten, sich bei der Entscheidung für ein Tier Zeit zu nehmen und sich eingehend zu informieren.

 

Boom bei Anschaffung von Haustieren

 

Liebe LeserInnen,

ergänzend machen wir Sie auf eine Problematik aufmerksam: Da der Wunsch nach Haustieren weiterhin ungebrochen ist und die Tierheime weitgehend "ausverkauft" sind, nutzen Betrüger diese Situation. Es werden über verschiedene dubiose Kanäle hauptsächlich Hunde und Katzen "zu günstigen Preisen" angeboten. Das ist jedoch eine gefährliche Entwicklung! Manchmal werden für angebliche Transporte aus dem Ausland Vorauszahlung oder Kostenübernahme für den Flug verlangt. Falls es überhaupt zu einem Treffen und Übergabe eines Tieres kommt, fehlen oft Papiere und Impfpass oder die Dokumente sind gefälscht. Häufig sind die Tiere krank und die angegebene Mikrochip-Nummer ist nicht mit der tatsächlichen identisch. In extremen Fällen ist das vorab gezahlte Geld weg, von den angeblichen Vermittlern fehlt jede Spur und den angebotenen Hund gibt es gar nicht...

Wir können nur vor solchen Betrugsversuchen warnen. Bei seriösen Tiervermittlungen wird dem Interessenten z.B. bei Welpen das Muttertier gezeigt und ein Kontakt findet nicht auf irgendeinem Parkplatz statt, sondern im Haus bei der abgebenden Stelle.

Natürlich verstehen Ihre Ditzinger Tierschützer, wenn sich Leute in der Pandemiezeit nach einem Tier sehnen, wir können jedoch nur um Geduld bitten. Vielleicht gibt es im Mai/Juni wieder Katzenkinder, die wir zur "Adoption" anbieten. Wie Sie wissen, lesen Sie im Ditzinger Anzeiger, welche Tiere in unseren Pflegestellen sind und unsere Internetpräsenz liefert jeweils aktuelle Daten.